„Irgendwas mit Menschen“ – was im Alltag oft augenzwinkernd als vage Berufsangabe verwendet wird, beschreibt den Kern der Fachrichtung Sozialwesen an der Fachoberschule erstaunlich treffend. Im zurückliegenden Schuljahr wurde erneut deutlich, dass diese Fachrichtung weit über reine Wissensvermittlung hinausgeht. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch, eingebettet in seine Lebenswelten, der sich in seiner Persönlichkeit stets weiterentwickelt und Verantwortung für sich und seine Mitmenschen übernimmt.
Ein Rückblick:
Der fachliche Unterricht: Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Im Unterricht setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit Inhalten aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie auseinander. Fachliche Grundlagen wurden nicht nur theoretisch erarbeitet, sondern stets in Beziehung zur Lebenswirklichkeit gesetzt.
Fachpraktische Ausbildung: Praxis reflektieren und sichtbar machen
Eine zentrale Rolle nahm auch in diesem Schuljahr die fachpraktische Ausbildung ein. In den vielfältigen Praktikumseinrichtungen – etwa in Kindertagesstätten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung – sammelten die Schülerinnen und Schüler wertvolle Erfahrungen im direkten Umgang mit Menschen.
Diese Praxiserfahrungen wurden nicht nur erlebt, sondern auch im schulischen Rahmen bewusst reflektiert und aufgearbeitet. So gestalteten die Schülerinnen und Schüler Podcasts und stellten dabei Arbeitsfelder, Zielgruppen, Aufgabenbereiche und persönliche Eindrücke vor.
Darüber hinaus fand eine Informationsveranstaltung für die neuen 11. Klassen statt, bei der die aktuellen Schülerinnen und Schüler ihre Praktikumseinrichtungen ähnlich wie auf einer Messe präsentierten. An einzelnen Ständen stellten sie ihre Einsatzorte vor und gaben Einblicke in den Arbeitsalltag. Ziel war es, den neuen Schülerinnen und Schülern Orientierung zu geben, den Austausch zu fördern und den nachfolgenden Jahrgängen wertvolle Entscheidungshilfen für den Praktikumseinsatz zu bieten.
Ein Highlight der fachpraktischen Ausbildung war die Kooperation mit der Grundschule Lauf I Rudolfshof, bei der die 11. Klasse einen Projekttag für die Erstklässlerinnen und Erstklässler organisierte. Unter dem Thema „Bienen und Honig“ wurde ein vielseitiger Vormittag gestaltet, an dem nicht nur theoretische Inhalte vermittelt wurden, sondern auch gebastelt, gekocht und mit unserem Schulimker Herrn Grätz die schuleigene Imkerei besucht wurde. Für die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule bedeutete dieses Projekt eine wertvolle Gelegenheit, pädagogisches Handeln praktisch umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen.
Engagement zeigen: Aktionstag in der Förderstätte der Lebenshilfe
Ein besonderes Beispiel für gelebte Praxis war der Aktionstag im Dezember, an dem sich die 13. Klasse in der Förderstätte der Lebenshilfe engagierte. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten einen vorweihnachtlichen Adventsvormittag mit verschiedenen Bastelangeboten, bei denen gemeinsames Tun, Begegnung und Freude im Mittelpunkt standen. Am Nachmittag wurde das Engagement fortgeführt: Mit handwerklichem Geschick stellten die Schülerinnen und Schüler Beschäftigungsmaterialien aus Holz her, die dauerhaft in der Arbeit mit den betreuten Menschen eingesetzt werden können. Diese Erfahrung verdeutlichte eindrucksvoll, wie bedeutsam Wertschätzung, Geduld und Individualität im sozialen Arbeitsfeld sind.
Einblicke in professionelle Soziale Arbeit: Besuch der Rummelsberger Diakonie
Auch der Besuch der Rummelsberger Diakonie in Altdorf bei Nürnberg eröffnete wichtige Perspektiven. Nach einer Besichtigung des Geländes erhielten die Schülerinnen und Schüler einen vertieften Einblick in die Tätigkeit eines Case-Managers; das Case-Management wird in der 13. Klasse theoretisch im Unterricht behandelt. Die Bedeutung von Kommunikation wurde anschließend im Rahmen eines Spiels anschaulich erfahrbar gemacht. Die Schülerinnen und Schüler erlebten, wie leicht Missverständnisse entstehen können und wie entscheidend klare Absprachen, aktives Zuhören und Empathie für gelingende soziale Arbeit sind.
Mit Menschen – für Menschen
Am Ende dieses Schuljahres zeigt sich deutlich: „Irgendwas mit Menschen“ ist keine vage Vorstellung, sondern ein anspruchsvoller und sinnstiftender Bildungsweg. Die Fachrichtung Sozialwesen vermittelt nicht nur fachliches Wissen, sondern fördert Haltungen und Kompetenzen, die für ein verantwortungsvolles Handeln in unserer Gesellschaft unverzichtbar sind.
Wir blicken zurück auf ein vielseitiges Schuljahr voller Begegnungen, Engagement und praktischer Erfahrungen – und gehen mit Motivation und Menschlichkeit in das nächste.
Lena Heinrich