Am 19. November ist Internationaler Männertag. Oft hören wir die Frage: „Warum macht ihr keinen Weltmännertag, wenn ihr den Weltfrauentag so betont?“ Unsere Antwort: Wir setzen uns gegen Diskriminierung in jeder Form ein. Fakt ist: Wer ein Mann ist – und noch dazu weiß –, erfährt in unserer Gesellschaft deutlich weniger Diskriminierung als Frauen oder Menschen anderer Herkunft. Darum liegt unser Fokus am Weltfrauentag auf Gleichberechtigung.
Aber: Das bedeutet nicht, dass Männer keine Probleme haben. Im Gegenteil – gerade beim Thema Gesundheit gibt es große Herausforderungen. Männer leiden häufiger an Depressionen, begehen dreimal so oft Suizid wie Frauen und sind überdurchschnittlich von Suchterkrankungen betroffen. Darüber wird viel zu wenig gesprochen.
Deshalb haben wir uns im Vorfeld getroffen, um zu überlegen, wie wir eine Aktion starten können. Schülerinnen und Schüler haben dazu am 20. November in der 1. und 2. Pause über diese Themen informiert und Kärtchen mit Anlaufstellen verteilt. Im Hintergrund lief das Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer, das die Widersprüche, Rollenbilder und Unsicherheiten von Männern in der modernen Gesellschaft thematisiert. Die schönste Reaktion kam von einem Berufsschüler, der erst unschlüssig vor unserem Stand stand und dann beeindruckt sagte: „Toll, dass ihr so etwas macht.“
Unsere Aktion lief unter dem Motto Movember – eine weltweite Kampagne, die Männergesundheit in den Fokus rückt und den Schnurrbart als Symbol nutzt. Deshalb haben wir auch kleine „Bärte“ verteilt – ein Zeichen für Aufmerksamkeit und Solidarität.
Wir sind uns einig: Der Weltmännertag ist auch für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wichtig, denn zu einer gleichberechtigten Gesellschaft gehört es, stereotype Männlichkeitsbilder zu hinterfragen und Männer für ihre psychische Gesundheit zu sensibilisieren.
Und so kann auch aus konstruktiver Kritik eine tolle, sinnvolle Aktion entstehen!
Marion Meinold-Pohlman
